Unglaublich, wie das gelaufen ist

Bereits der Anfang bescherte uns Kopfschmerzen: Ein Rad mit einem Platten, zwei Schüler vergaßen gar ihren Drahtesel zu Hause und gleich fünf Kinder kamen ohne Helm. Der strafende, irritierte Blick der Polizisten traf uns Lehrer hart. Nach Gesprächen mit den Eltern brachten diese das Vergessene vorbei und es konnte nun endlich losgehen.

„Was ist der Unterschied zwischen einer Stopp- und einer Vorrang-geben-Tafel?“, wollte der nachsichtige Polizist wissen. Vorsichtig erhob sich eine Hand eines wiffen Mädels: „Da gibt es keinen Unterschied, bei beiden darf man ungebremst durchfahren.“ Der Polizist dachte, er hätte sich verhört, und fragte einen anderen. Dieser antwortete ganz cool: „Na, das heißt, dass alle auf mich Acht geben müssen.“ Der in Dunkelblau gehüllte Mann errötete. Seine Augen suchten uns Pädagogen, um uns in der Luft zu zerreißen. Jedoch waren wir zu diesem Zeitpunkt bereits im Boden versunken. „Wie wird bloß das Radeln funktionieren…?“, seufzte mein Kumpane. „Wir sind unfähig Kindern die einfachsten Regeln beizubringen…“, weinte ich nun jämmerlich in die Schultern meines Kollegen. Wir hörten Schritte. Sie wurden lauter. Wir sahen bloß etwas Blaues. Es wollte uns fassen. Doch plötzlich wache ich schweißgebadet in meinem kuschelig warmen Bett mit meinem Teddybären am Kopf auf.

Natürlich waren die Polizistinnen, wie jedes Jahr, begeistert von den Fahrkünsten unserer Kids, teilten, wie jedes Jahr, für die langsamsten und geschicktesten FahrerInnen Urkunden aus, tankten, wie jedes Jahr, ihre Energie bei Kaffee und Kuchen auf und zeichneten die SchülerInnen, wie jedes Jahr, mit ihrem ersten Führerschein aus. Danke den PolizistInnen, dass sie sich, nicht wie jedes Jahr, durch die Corona-Krise bedingt, doppelt so viel Zeit nahmen. Ein großer Dank  gilt auch der Familie Pirchegger, die uns für die Übungs- und Prüfungsfahrten, wie jedes Jahr, ihren Privatweg zur Verfügung stellte.